1. Soziale Situation der Stadt und der Grundschule

Die Goethe-Schule befindet sich im Zentrum der Kannenbäckerstadt Höhr-Grenzhausen. Die Stadt ist Europas größter Bildungs- und Forschungsstandort im keramischen Bereich und hat  circa 9.600 Einwohner.
Der Anteil der Migranten beträgt mehr als 20%; 9% der Einwohner sind türkischer und 5% russischer Nationalität. Einige Straßenzüge sind geprägt von einem hohen Anteil Russlanddeutscher, der Bezug von Arbeitslosengeld II unter Spätaussiedlern ist überdurchschnittlich hoch.

In einem sozialplanerischen Gutachten (Kappenstein 2002) wurde festgestellt, dass der hohe Ausländeranteil der Stadt nicht zu einer sozialen und kulturellen Teilung der Stadtbevölkerung geführt hat, im Gegenteil wird ein Status der Toleranz festgestellt. In dem Gutachten wird auch anerkannt, dass die Situation der türkischen Jugendlichen und Kinder problematisch ist und dass insbesondere die Bildungsbeteiligung inzwischen zurückgeht. Eine ähnliche Problematik trifft nach unserer Wahrnehmung auch auf den zwischenzeitlich gestiegenen Anteil deutsch-russischer Jugendlicher zu.

Die soziale Situation ist des Weiteren einerseits geprägt von Neubauvierteln mit Einfamilienhäusern (Selbstständige, Beamte, Akademiker), andererseits von Straßenzügen mit Indikatoren, die nach Kappenstein im Kinder- und Jugendbereich dringend Handlungsbedarf signalisieren.

Die Goethe-Schule als einzige Grundschule in der Stadt wird vom Schulträger gut unterstützt. Zurzeit besuchen circa 340 Schüler, darunter 149 Kinder mit Migrationshintergrund aus 14 verschiedenen Nationen, unsere Schule. 22% unserer Schüler sind türkischer Abstammung und 13% haben einen russischen Migrationshintergrund. Etwa 150 Schüler nehmen am Ganztagsangebot teil und im Rahmen der Schwerpunktschule werden Kinder zurzeit neun Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf integriert gefördert.

Stand Jan 2013

Die Heterogenität unserer Schule bedingt unsere pädagogische Arbeit. Die Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt gilt als vorbildlich, u.a. hat Höhr-Grenzhausen vom Innenministerium im Bereich Stadtentwicklung im Mai 2005 den ersten Preis mit dem Schwerpunkt „Soziale Stadtentwicklung“ erhalten.

 

2. Goethe-Schule im sozialen Netzwerk der Stadt

 

In der Stadt gibt es ein gewachsenes Netzwerk unterschiedlichster Institutionen und Organisationen. Die Goethe-Schule sieht sich als Teil dieses Netzwerkes und kooperiert in vielfältiger Weise mit den einzelnen Partnern.

Einige Kooperationen sind bereits so fest etabliert, dass sie zum integralen Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit geworden sind, so zum Beispiel die regelmäßigen Teamtreffen und Hospitationen mit den Kindertagesstätten und weiterführenden Schulen oder die Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund, der ein mobiles Sorgenbüro in den Räumen der Schule eingerichtet hat. Eine Vielzahl regelmäßiger Kooperationen konnten wir im Rahmen der Projektarbeit der Ganztagsschule etablieren.

Andere Kooperationsformen finden nach Bedarf, Möglichkeit oder situativen Erfordernissen statt, wie zum Beispiel unterrichtliche Veranstaltungen oder Feiern mit den Kirchen und der Moschee, die Veranstaltungen der Jugendverkehrsschule der Polizei, Projekte zur Gewaltprävention mit dem Kinderschutzbund und vieles mehr.

Trotz dieser Vielzahl von Kooperationen und der Angebote der Ganztagsschule und des Kinderhortes sehen wir an unserer Schule einen hohen Bedarf an sozialpädagogischen Kompetenzen.

Viele Maßnahmen der Stadt greifen erst für Jugendliche ab circa elf – zwölf Jahren, das Angebot des Sorgenbüros an unserer Schule (Kinderschutzbund) ist völlig unzureichend (siehe hierzu auch Statistik des Kinderschutzbundes 2011/2012).

Für unsere pädagogische Arbeit an einer Grundschule mit Merkmalen des sozialen Brennpunktes fordern wir dringend, eine regelmäßige Schulsozialarbeit zu installieren.

Hier finden Sie uns:

Goethe-Schule Höhr-Grenzhausen
Schulstraße 9
56203 Höhr-Grenzhausen

Tel.: 02624/4749  
Fax: 02624/9429265

E-Mail:

goethe-schule@gs-hoehr-g.de  

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