Unterricht

Im Schuljahr 2007/2008 wurde in Rheinland-Pfalz der Orientierungsrahmen Schulqualität (ORS) (PDF unten) eingeführt. 

 

Er beschreibt relevante Qualitätsbereiche für Schule und Unterricht und benennt entscheidende Merkmale einer guten Schulen.


Für die Unterrichtsqualität führt der ORS zehn Merkmale an, für deren Umsetzung beispielhaft Kriterien und Indikatoren genannt werden.

  • Klassenmanagement
    Die wichtigste Voraussetzung für wirkungsvolles und erfolgreiches Lernen ist das Ausmaß der aktiven Lernzeit. Dies meint, die Zeit, in der sich die Schülerinnen und Schüler mit den zu lernenden Inhalten aktiv, engagiert und konstruktiv auseinandersetzen. Wichtige Voraussetzungen dafür sind z.B. die „Etablierung und Einhaltung verhaltenswirksamer Regeln; Prävention von Störungen durch Strategien der Aufmerksamkeitslenkung;
    im Falle von Störungen: diskret-undramatische, Zeit sparende Behebung“ (Helmke 2007a: 59-60).

  • Lernförderliches Unterrichtsklima
    „So viele nicht mit Leistungsbewertungen verbundene Lernsituationen wie möglich, so viele Leistungssituationen wie nötig; freundlicher Umgangston und wechselseitiger Respekt; Herzlichkeit und Wärme; entspannte Atmosphäre; Humor; Toleranz gegenüber Langsamkeit; angemessene Wartezeit auf Schülerantworten; konstruktiver Umgang mit Fehlern.“ (Helmke 2006: 45)

  • Motivierung
    Je besser es der Lehrkraft gelingt, den Schüler/innen den Unterrichtsstoff als ein lebendiges, interessantes Gebiet zu vermitteln, für das es sich lohnt sich zu engagieren, desto höher wird die Schülermotivation sein. (Helmke 2004: 74). Dabei spielen sowohl die intrinsische Motivation (Sach- und Tätigkeitsinteresse) als auch extrinsische Motivation (Akzentuierung der Wichtigkeit und Nützlichkeit des Lerninhalts; Anknüpfen an die Lebenswirklichkeit der Schüler) eine Rolle.
    Bedeutsam ist auch, dass die Lehrperson als überzeugendes Vorbild auftritt und Freude am Fach und am Unterrichten vermittelt.

  • Klarheit und Strukturierung
    Wichtig für erfolgreiches Lernen sind Bezüge zu Vorwissen, Alltagswissen und alterstypischenVorstellungen der Schüler/innen über den Gegenstandsbereich.
    Neues Wissen kann auf diese Weise mit vorhandenem Wissen verknüpft werden. Wenn Wissen vernetzt werden soll, müssen Unterrichtsinhalte und Aufgabenstellungen sprachlich klar und verstehbar aufbereitet sein. Klarheit umfasst ebenfalls die fachlich-inhaltliche Korrektheit (Helmke 2007b).

  • Wirkungs- und Kompetenzorientierung
    Der Fokus des Unterrichts liegt auf dem Erwerb fachlicher, überfachlicher und außerfachlicher Kompetenzen als primäres Bildungsziel; empirische Orientierung:
    Fokus auf nachweisliche und nachhaltige Wirkungen (Orientierung an den geltenden [Rahmen]Lehrplänen; Orientierung an den Bildungsstandards); Nutzung aller diagnostischen Möglichkeiten für regelmäßige Standortbestimmung der Kompetenzen der Klasse (Helmke 2006: 45).

  • Umgang mit Heterogenität,Differenzierung
    „Variation der fachlichen und überfachlichen Inhalte, Anpassung der Schwierigkeit und des Tempos an die jeweilige Lernsituation und die Lernvoraussetzungen der Schüler(gruppen); sensibler Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen und Schülermerkmalen, besonders im Hinblick auf Unterschiede im sozialen, sprachlichen und kulturellen Hintergrund sowie im Leistungsniveau.“ (Helmke 2006:45)

  • Schülerorientierung, Unterstützung
    Lehrkräfte als fachliche und persönliche Ansprechpartner; die Schüler/innen werden ernst genommen: Sie können in angemessenem Rahmen mitbestimmen, werden zum Unterricht befragt (Schülerfeedback) (Helmke 2006: 45).

  • Aktivierung

    Lernen
    • …ist ein aktiver und konstruktiver Prozess - und somit das Gegenteil von extern vermittelter, passiv aufgenommener und mechanisch verarbeiteter Information.
    • … ist und wirkt produktiver, wenn das Individuum Gelegenheit hat, das zu erwerbende Wissen und die zu lösenden Probleme  als Teil eines subjektiv bedeutungshaltigen Kontextesaufzufassen.
    • … erfolgt effizienter, wenn es durch Interesse an den Lerninhalten gestützt und durch selbst wahrgenommene Lernfortschritte stimuliert wird.
    • … sollte möglichst selbstgesteuert, kontrolliert und verantwortet sein; wobeiallerdings zu beachten ist, dass selbstständiges Lernen Voraussetzung,
      Mittel und Ziel der Instruktion sein muss (Helmke 2004: 66).

  • Angemessene Methodenvariation
    Kein Lehrverfahren ist für alle und alles gleichermaßen geeignet. Sachgemäße Methodenvielfalt und flexibles pädagogisches Handeln kennzeichnen deshalb guten Unterricht: Schüler-, fach- und lernzielangemessene Variation von Unterrichtsmethoden, Medien, Material und Sozialformen; sowohl zu geringe („Monokultur“) als auch zu starke Variationen sind problematisch (Helmke 2006: 45).

  • Konsolidierung, Lernerfolgssicherung
    „Konsolidierung, Sicherung, Intelligentes Üben: Vielfalt an Aufgaben, die nicht bloß mechanisch, sondern „intelligent“ geübt werden;
    Bereitstellung unterschiedlicher Transfermöglichkeiten; aber auch: Beherrschung von basic skills, automatisierten Fertigkeiten (Grundwortschatz, Grundrechenarten) als gedächtnispsychologische Voraussetzung für die Beschäftigung mit anspruchsvollenAufgabenstellungen“ (Helmke 2006: 45).
Orientierungsrahmen Schulqualität
broschuere_orientierungsrahmen_08-1.pdf
PDF-Dokument [529.6 KB]

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